Menschen die Spuren hinterlassen – Kurzübersicht
„Wie soll das gehen? Ein türkischer Torwart, der aus Österreich kommt“ • zeig ihn









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„Wie soll das gehen? Ein türkischer Torwart, der aus Österreich kommt“ • zeig ihn

Fakten & Story Özcan Arkoc "Ötschi"

„Wie soll das gehen? Ein türkischer Torwart, der aus Österreich kommt?“
Özcan wurde 1967 nicht gerade mit offenen Armen in Hamburg empfangen. Die HSV-Fans waren verunsichert und fragten sich: „Wie soll das gehen? Ein türkischer Torwart, der aus Österreich kommt?“ Es funktionierte trotz dieser Skepsis. Özcan wurde als Nachfolger von Horst Schnoor ein Publikumsliebling im Volkspark. Und das, obwohl er einen kleinen „Fehlstart“ hinlegte: In seinem ersten Bundesliga-Spiel am 19. August 1967 in Bremen gegen Werder wurde „Ötschi“ in der 20. Minute ausgewechselt. Er hatte sich einen Finger gebrochen. Für ihn stellte sich Erhard „Tas“ Schwerin zwischen die Pfosten – der HSV gewann 4:1. Özcan aber ging gleich in die Geschichte ein, denn er war der erste Bundesliga-Profi, der ausgewechselt wurde. Das war in der Saison 1967/68 nämlich erstmals erlaubt. Bereits am 9. September stand Özcan, der von Austria Wien gekommen war, wieder im HSV-Tor.
Der Fingerbruch war schnell verheilt, doch der HSV verlor mit 1:3 gegen Duisburg. Als 1971 der junge Rudi Kargus zum HSV stieß, bekam Arkoc Özcan Konkurrenz im Tor, denn der Mann aus Worms kam gleich auf 14 Einsätze. 1972/73 war der Türke noch die Nummer eins, absolvierte 25 Spiele, doch in der folgenden Spielzeit war Kargus vorn. Und blieb es auch.
Nach seiner Spieler-Karriere blieb er beim HSV arbeitete als Co-Trainer und als Coach der Amateure.
1975 beendete Arkoc Özcan seine Karriere, in der er es auf neun A-Länderspiele für die Türkei gebracht hatte. Nach seiner Spieler-Karriere blieb er beim HSV, arbeitete als Co-Trainer und als Coachder Amateure.
Am 29. Oktober 1977 trat erdie Nachfolge des entlassenen Trainers Rudi Gutendorf an, belegte am Saisonende Platz zehn – mit acht Siegen aus 22 Spielen. Danach musste Özcan zur Saison 1978/79 für Branko Zebec weichen. Der Türke trainierte anschließend noch Wormatia Worms und Holstein Kiel,ging dann in die Heimat zu Kocaelispor und kehrte bald darauf nach Hamburg zurück.

Fakten & Story Harry Bähre

Harry ist, wer wüsste es nicht, der Bundesliga-Profi 001. Allein damit ging er in die Geschichte des deutschen Fußballs ein. Aber der Mann hat ja so viel mehr zu bieten als nur dies. Er war Oberliga- und Bundesliga- spieler, und er hat seinem Verein auch über viele Jahrzehnte ehren- amtlich gedient. Er war Trainer der HSV-Amateure, Trainer der A-Jugend, Co-Trainer bei Klaus Ochs in der Bundesliga, er war Scout, zwölf Jahre Chef der Altliga, Buchprüfer,
Vize-Präsident und, und, und. In der Jugend kam er einst von Ottensen 07 zu den Rothosen, er spielte in den Jungmannen und in der Amateurmannschaft, bevor er nach dem Gewinn der Meisterschaft 1960 in das Team um Jochen Meinke, Horst Schnoor und Uwe Seeler geholt wurde. Ganz nebenbei hatte Harry Bähre auch ein weiteres Standbein, denn er war beruflich äußerst erfolgreich, besaß eine Druckerei und war ein bekannter und anerkannter Lithograph.
„Jeder junge Hamburger Fußballer träumte damals davon, beim HSV zu spielen. Mein Respekt war so groß, als ich zur Liga kam, ich habe die Spieler mit Sie angesprochen. Bis Uwe Seeler und Jürgen Werner zu mir kamen und sagten, ich solle Du sagen“, erinnert sich Harry Bähre, der in seinem ersten Oberliga-Einsatz gleich ein großes Erfolgserlebnis hatte: Er schoss am 4. September 1960 den 1:0-Siegtreffer gegen Holstein Kiel. In seiner Anfangszeit galt Bähre als Nachfolger von Klaus Stürmer, er wurde dann aber zum Terrier, der sich um die gegnerischen Regisseure zu kümmern hatte. Das hatte Trainer Georg Gawliczek veranlasst. „Ich war ein Techniker, musste aber plötzlich den Spielmachern auf die Füße treten. Das wollte ich nicht, aber weil ich ein Teamplayer war und bin, nahm ich diese Rolle an“, so Bähre, der nur den HSV im Herzen trägt.

Fakten & Story Udo Bandow

Udo ist einer der größten Finanzexperten der Hansestadt Hamburg, und er ist ein äußerst verdienstvolles HSV-Mitglied. 1951 begann er seine Lehre zum Bankkaufmann bei der damaligen Vereinsbank. Nach seiner Ausbildung war er in diversen Funktionen in der Bank tätig, im Alter von 48 Jahren stieg er in den Vorstand der Vereins- und Westbank auf, wurde 1992 deren Sprecher. Als Udo Bandow 1998 altersbedingt aus dem Vorstand ausschied, wurde er in den Aufsichtsrat der Bank gewählt und war in diesem Gremium bis 2006 tätig. Von 1990 bis 2008 war er Präsident der Hamburger Börse. Anschließend übernahm er den Vorsitz des Aufsichtsrates der Aramea AG, seit 2013 fungiert er als Ehrenvorsitzender. Zudem bekleidete Udo Bandow zahlreiche Aufsichtsämter in diversen Unternehmen, wie zum Beispiel der Bavaria Brauerei, Repower und Albingia. Udo Bandow, mit Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff befreundet, ist immer noch ein führender Vertreter der Hamburger Wirtschaft, auf sein weit verzweigtes Netzwerk und seine hohe Kompetenz wird immer noch gezählt.
1996 wurde er in den neuen HSV-Aufsichtsrat gewählt und wurde des- sen Vorsitzender. Dieses Amt hatte er bis 2007 inne. Seinem HSV blieb er aber immer treu verbunden. Wenn die Gesundheit mitspielt, ist Udo Bandow mit seiner Gattin bei jedem Heimspiel dabei. Und er mischt sich auch immer noch ein. Im Juni 2017 forderte er via Zeitung: „Um fachliche Entscheidungen über Spielerkäufe und -verkäufe zu treffen, müssten Personen wie Seeler, Hrubesch, Butt oder Rost im HSV-Aufsichtsrat sitzen, die das Fußballgeschäft kennen. Diese Kompetenz fehlt dem heutigen Aufsichtsrat.” Ob es diesen Ausschuss jemals geben wird?

Fakten & Story Horst Dehn


Horst kam im Sommer 1958 von Komet Blankenese zum HSV und absolvierte 28 Oberliga-Spiele, in denen er sieben Tore erzielen konnte. Der Halbrechte ging als „Schmidtchen Schleicher“ in die HSV-Geschichte ein, denn Dehn konnte sich – wie kaum ein anderer – immer wieder herrlich frei schleichen. Mit kleinen Trippelschritten entzog er sich immer wieder ganz geschickt der gegnerischen (Mann-)Deckung. Eigentlich wollte der HSV 1958 Halbstürmer Rolf Gronau vom SC Concordia verpflichten, aber der traute sich nicht zu, einen Stammplatz beim HSV zu bekommen. Deshalb fiel die Wahl auf Dehn – und der nutzte diese Chance großartig.
Mittelläufer Jochen Meinke erinnert sich: „Der Hoddl“ war für mich der beste Direktspieler seiner Zeit, er hat es eigentlich erfunden – er war einfach sensationell. Und zwar schaffte er es, von zehn Bällen neun an den eigenen Mann zu bringen – und das in sagenhafter Geschwindigkeit.“
Der damalige HSV-Trainer Günther Mahlmann pflegte ein Trainingsspielchen, mit dem er so manchen seiner Spieler schockte: „Sechs gegen sechs – über den halben Platz, und dann Mann gegen Mann.“ Wer gegen Horst Dehn eingeteilt wurde, der begann sofort mit dem Stöhnen, denn der Dauerläufer Dehn war quasi nicht zu stoppen. „Den Dehn hat man nur einmal gesehen, dann nie wieder“, so Meinke.
„Weil „Hoddl“ einen ganz kleinen Bauchansatz hatte, wurde er von vielen oft unterschätzt. Dabei war er ein Schlitzohr, einer unserer wichtigsten Leute. Er sorgte dafür, dass wir Tore schießen konnten – und er hatte auch selbst einen exzellenten und strammen Schuss.“ Horst Dehn ging in seiner Freizeit – sehr oft mit Mitspieler Dieter Seeler – zum Trabrennen (bei Trainer Horst Spieß), fuhr auch selbst Rennen.

Fakten & Story Gert "Charly" Dörfel



Gert ist den Fußball-Fans eigentlich nur unter „Charly“ bekannt. Der pfeilschnelle Linksaußen kam 1959 von der SV Polizei zum HSV, begann in der Amateurmannschaft und wurde zu einem der weltbesten Außenstürmer seiner Zeit. Legendär sind seine langen und unwiderstehlichen Sprints über die linke Seite und die anschließenden Maßflanken in die Sturmmitte, wo Uwe Seeler meistens mit dem Kopf zur Stelle war.
„Charly“ war der Publikumsliebling am Rothenbaum, er war ein überragender Fußballer und ein Mann, der die Show liebte. Er ging als Fußball-Clown in die deutsche Fußball-Geschichte ein, er unterhielt sich während der Spiele nicht selten mit den am Rande sitzenden Zuschauern oder er verteilte Bonbons. Gelegentlich bot er seinen Gegenspielern auch an, mit ihm Doppelpass zu spielen, aber das fanden nicht viele witzig.
Der Hamburger „Flankengott“ bildete über Jahre mit Seeler das deutsche Traum-Duo im Sturm, 1965 kürte ihn das französische Fußball-Fachblatt „L‘Equipe“ zum besten Linksaußen Europas. Außerhalb des Platzes wurde „Charly“, der Elvis-Fan, auch als Sänger bekannt, er brachte einige Schallplatten heraus – sein größter Hit war: „Das kann ich dir nicht verzeih’n“.
1972 verließ er den HSV, wechselte zu den Highland Powers und danach zu Lusitano Johannesburg nach Südafrika, spielte auch noch für den HSV Barmbek-Uhlenhorst (Regionalliga) und in Kanada bei London City.
Im September 1977 beendete er seine glänzende Karriere, die ihn zu einer der größten Legenden der HSV-Vereinsgeschichte gemacht hat. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann arbeitete danach noch Jahre als Vollstreckungsbeamter (Gerichtsvollzieher) im Wirtschafts- und Ordnungsamt Stellingen/Eimsbüttel.

Fakten & Story Ernst Happel

Ernst hieß auch noch Franz Hermann mit Vornamen. 1981 kam er von Standard Lüttich zum HSV und blieb bis 1987 an der Elbe. Er spielte für Rapid Wien, Racing Club de Paris und noch einmal bei Rapid, für die A-Nationalmannschaft Österreichs bestritt er 51 Begegnungen. Er feierte als Spieler sechs Meisterschaften in Österreich, wurde einmal Pokalsieger seines Landes und war bei zwei Weltmeisterschaften im Einsatz (1954 und 1958). Er beendete seine unglaublich erfolgreiche Karriere als Nationaltrainer Österreichs. Am 14. November 1992 starb Happel an einem Krebsleiden.
In Hamburg werden sie den „Grantler“ stets in bester Erinnerung behalten, denn mit „Aschyl“ (so sein Spitzname) Happel begann die erfolgreichste Zeit des HSV. Unter ihm blieben die Rothosen vom 16. Januar 1982 bis zum 22. Januar 1983 in 36 Meisterschaftsspielen ungeschlagen, holten in diesem Zeitraum 56:16 Punkte. Nur Bayern München war später besser.
Der Kettenraucher aus Wien war ein Fußball-Genie. Eines, das nicht viel geredet hat. Auch beim Training nicht. Happel war kein Mann großer Worte, er hatte seine klaren Vorstellungen von der Art Fußball, den seine Mannschaft spielen sollte – und es funktionierte.
Weil er eine absolute Respektsperson war. Die Spieler wagten nie Widerworte, sie folgten ihm und erkannten damit den großen Fußball- Fachmann an. Unter Happel führte der HSV in der Bundesliga das „Pressing“ ein. Allerdings gab es einen herben Rückschlag am 19. September 1984 – das 0:2 im Pokalspiel in Geislingen.
Im Herbst 1986 erkrankte Ernst Happel an Krebs. Er nahm es äußerlich gelassen auf: „Hab ich an Krebs, na dann hab ich an Krebs. Ich kann‘s nicht ändern. Ich habe keine Angst vor dem Tod…“

Fakten & Story Thomas von Heesen

Thomas wurde stets als „ewiges Talent“ bezeichnet. Trotz seiner großartigen fußballerischen Fähigkeiten blieb ihm der Sprung in die Nationalmannschaft verwehrt. Bei der DJK Albaxen hatte „Tommy“ von Heesen erstmalig die Fußballstiefel geschnürt, dann ging er zum VfL Höxter und zum FC Paderborn. 1980 kam er zum HSV, für den er in 368 Spielen 99 Tore erzielen konnte. 1986 machte ihn der große Ernst Happel zum Kapitän des HSV, obwohl es in der damaligen Mannschaft noch Größen wie Uli Stein, Ditmar Jakobs, Gerard Plessers, Sascha Jusufi und Manfred Kaltz gab. 1983 war Thomas von Heesen beim 1:0-Sieg im Europapokalfinale in Athen gegen Juventus Turin mit von der Partie. Er wurde in der 56. Minute für den verletzten Lars Bastrup eingewechselt – mehr Wechsel gab es an diesem 25. Mai nicht. Thomas von Heesen war ein fleißiger Mittelfeldspieler, er konnte ausgezeichnet dribbeln, er hatte einen Torriecher, konnte ein Spiel „lesen“, fasste sich auch mal ein Herz, wenn nichts laufen wollte – er ging dann voran.
Und er war einer der ersten Bundesliga-Profis, der sich einen Privattrainer nahm, um noch besser zu werden. Wenn er nachmittags frei hatte, trainierte von Heesen in der Alsterdorfer Jahnkampfbahn mit Diskus-Olympiasieger Rolf Danneberg – mit großem und unübersehbarem Erfolg. Ein Tor des Monats erzielte von Heesen am 13. August 1988 in Hannover, als er nach einer wunderbaren Spörl-Flanke zum 3:0 gegen 96 traf per Fallrückzieher Marke Uwe Seeler. Der HSV siegte an diesem Sommertag mit 3:2. 1994 wechselte von Heesen nach Bielefeld, stieg zweimal mit der Arminia bis in Liga eins auf und schoss auch noch sein 100. Erstliga-Tor. Im Mai 1997 beendete er seine großartige Karriere.

Fakten & Story Gerhard Heid

Gerhard hat nie ein Tor für den HSV geschossen, er hat auch kein Gegentor je verhindert, und dennoch ging der kleine, drahtige Mann in die HSV-Geschichte ein. Als Talentsichter. Heid kam im Frühjahr 1970 vom Provinz-Klub TuS Altrip in Rheinland-Pfalz zum HSV, und er holte viele talentierte Fußballer nach Hamburg.
Rudi Kargus, Caspar Memering, Manfred Kaltz, die allesamt Nationalspieler wurden, dann auch noch Peter Hidien, Edgar Nobs, Peter Lübeke, Holger Haltenhoff, Kurt Eigl, Dieter Hochheimer, Walter Krause, Peter Krobbach und einige mehr. Die Liga staunte und hatte Angst. Die Klubs fürchteten sich, dass der HSV in Person von Gerhard Heid alle Talente vom Markt kauft.
Der Deutsche Fußball-Bund ermittelte auf Drängen der Konkurrenz-Vereine, fand aber nichts. Alles war legal, weil Heid über „die menschliche Schiene“ kam. Da er aber in ganz Fußball-Deutschland zunehmend kritischer beäugt wurde, ließ er sich in sein Auto vorsichtshalber schusssichere Scheiben einbauen. Man weiß ja nie, sicher ist sicher – der kluge Mann baut vor. Heid war nie ein Sprücheklopfer, er packte an, war emsig, beharrlich – und auch genügsam. Zu Beginn seiner Hamburger Zeit wohnte er bei der Mutter von Harry Bähre (damals im Trainerstab von Klaus Ochs) zur Untermiete. Die meiste Zeit aber war er ohnehin für den HSV auf Achse. Das brachte ihm bald nicht nur in Hamburg viel Lob ein, sondern auch in der Liga. Doch offenbar hatte Gerhard Heid seinem Körper zuviel zugemutet, denn 1972 erkrankte er schwer. Vom Krankenbett aus führte er seine Arbeit per Telefon fort, doch am 20. März erlitt der „beste Mann des HSV“ einen Herzinfarkt und starb viel zu früh.
Präsident Horst Barrelet sprach für alle:
„Gerhard Heid ist unersetzlich und sein Tod ein riesiger Verlust für den HSV.“

Fakten & Story Holger Hieronymus

Holger stand beim HSV vom 1. Juli 1979 bis zum 30. Juni 1984 als Spieler unter Vertrag, sein letztes Bundesliga-Spiel bestritt er für die Rothosen am 31. März 1984 im Volksparkstadion, die Hamburger verloren damals gegen Waldhof Mannheim 2:3. „Hiero“ schied nach einem Foulspiel von Fritz Walter in der 78. Minute verletzt aus – und kam nie wieder zurück. Zuerst wurde eine Meniskusverletzung vermutet, aber es war ein Kreuzbandriss, der zum vorzeitigen Karriere-Ende führte. In der Jugend hatte „HH“ für TuS Hamburg gespielt, dann schloss er sich dem
FC St. Pauli an, wo ihn der HSV für sich entdeckte. Trainer Branko Zebec holte den „spielenden“ Abwehrmann in den Volkspark, doch in der ersten Saison brachte es Hieronymus nur auf 17 Einsätze. In den Jahren danach ging es stetig bergauf, obwohl es nach dem Trainerwechsel mit Ernst Happel gelegentlich Probleme gab.
Immerhin schaffte der HSV-Libero drei Länderspiele unter der Regie von Bundestrainer Jupp Derwall.
Beim 2:0 in Polen (2. September 1981), beim 4:2 in Norwegen (12. Mai 1982) und beim 2:1 in England (13. Oktober 1982) war er dabei, jeweils als Einwechselspieler. 1997 wurde Holger Hieronymus, von Werner Hackmann ins Boot geholt, HSV-Marketingleiter, von Juni 1998 bis zum 31. August 2002 war er dann Sportdirektor und Vorstandsmitglied. 2001 war er auch für zwei Spieltage Interimstrainer, und zwar beim 0:4 daheim gegen Werder und beim 0:0 in Nürnberg. Zuvor war Trainer Frank Pagelsdorf entlassen worden. Vom 1. Februar 2005 bis zum 31. Dezember 2012 war Hieronymus Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga. Am 16. April 2010 erlitt Hieronymus eine Gehirnblutung, erholte sich davon aber schnell.

Fakten & Story Bernd Hollerbach

Bernd war einst der beste Metzgergeselle Bayerns – er bestand die Prüfung mit Note eins. Und so spielte er auch Fußball. „Holler“, der Mann mit dem Waschbrettbauch, liebte die rustikalere Art seines Sports, er scheute kein noch so hartes Duell, er schonte weder sich noch die Gegenspieler. In fast jeder Saison brachte er es auf mehr als zehn Gelbe Karten, insgesamt erhielt er in Liga eins 94 Gelbe, eine Rote und drei Gelb-Rote Karten. Sein Motto, und dazu stand er auch eisern:
„Entweder Ball oder Gegner kommen an mir vorbei, aber niemals beide.“ Er begann in der Jugend beim
ASV Rimpar in Unterfranken, wechselte dann zu den Würzburger Kickers und von dort zum FC St. Pauli
(Erstliga-Aufstieg 1995). In Kaiserslautern wagte er den Sprung in die Bundesliga, blieb aber nur ein halbes Jahr in der Pfalz und kam im Januar 1996 als Linksverteidiger zum HSV.
Sein Start aber war schwierig, denn als Ex-St.-Paulianer wurde er vom HSV-Anhang nicht gerade gern gesehen.
Im Gegenteil, als er am 5. Januar 1996 erstmals für den HSV auflief, und zwar beim Testspiel bei Rot-Weiß Essen (3:1 gewonnen), gab es 45 Minuten lang lautstarke „Hollerbach-raus“-Rufe. Und Trainer Felix Magath wechselte ihn tatsächlich aus. Die negative Einstellung der HSV-Fans änderte sich in den folgenden Wochen aber relativ schnell, Hollerbach wurde ein „Liebling“ im Volkspark. 2004 beendete er dann seine Karriere – und stieg ins Trainergeschäft ein. Mit dem VfL 93 wurde er auf Anhieb Meister (Aufstieg Regionalliga). Nach der Station VfB Lübeck holte ihn dann Felix Magath als Co-Trainer zum VfL Wolfsburg, zu Schalke 04 und nochmals nach Wolfsburg. Von 2014 bis 2017 trainierte „Holler“ dann Würzburg (Auf- und Abstieg Zweite Liga).

Fakten & Story Horst Hrubesch

Horst ging als Spätstarter in die Bundesliga-Geschichte des HSV ein, denn der gelernte Dachdecker war bereits 27 Jahre alt, als er 1978 von Rot-Weiß Essen nach Hamburg wechselte. Aber er begann hier noch eine fast unglaubliche Karriere. Er schoss und köpfte Tor um Tor, wurde 1981 Kapitän des HSV und im zarten Alter von 29 Jahren auch noch Nationalspieler. Im Europameisterschafts-Finale 1980 gegen Belgien in Rom hatte „Hrubi“ dann seinen großen Auftritt, denn er erzielte beide Tore zum 2:1-Erfolg. Apropos Erfolg: Hrubesch, der auch in der Dritten Liga Handball gespielt hatte (!), gewann mit dem HSV gleich in seinem ersten Jahr den Meistertitel, erzielte in 34 Einsätzen 13 Treffer. In den folgenden Jahren war Horst Hrubesch trotz der Tatsache, dass es große Namen wie Jakobs, Magath, Kaltz und Stein in der Mannschaft gab, der Kopf des HSV. Er gab den Ton an, sein Wort galt.
Und der Hobby-Angler hatte einen weiteren großen Tag im Trikot mit der Raute auf der Brust, als er am 24. April 1982 in der 90. Minute in München das 4:3-Siegtor gegen die Bayern köpfte. Mit diesem großen Sieg war der Weg zum Meistertitel geebnet.
1983 endete – für viele überraschend – die HSV-Zeit des größten Torjägers nach Uwe Seeler. Hrubesch ging zu Standard Lüttich, ein Jahr später zu Borussia Dortmund, doch dort brachte er es nur noch auf 17 Einsätze.
1986 beendete er seine großartige Laufbahn und begann eine Karriere als Trainer. Über Essen und den SC Westtünnen ging es nach Wolfsburg, zum FC Tirol, Hansa Rostock, Dynamo Dresden, Austria Wien und zu Samsunspor. Von 2000 bis 2016 war er DFB-Nachwuchstrainer (U21-Europameister), seit Januar 2017 ist er DFB-Sportdirektor.

Fakten & Story Ditmar Jakobs

Ditmar war ein Vorbild-Profi, der seinem Beruf mit Leidenschaft und unglaublichem Engagement nachging.
Und er war ein großartiger HSV-Kapitän, der immer voran ging. Ein ganz großer HSVer, dessen Karriere am
20. September 1989 von einer Sekunde zur anderen zu Ende ging. Der HSV spielte an diesem Abend gegen Werder Bremen, als es in der Anfangsphase der Partie turbulent vor dem HSV-Tor wurde. Es hieß noch 0:0, als Werder-Stürmer Wynton Rufer vor Richard Golz auftauchte, es folgte ein Lupfer über den HSV-Torwart – das 0:1 schien unvermeidlich. Ditmar Jakobs aber lief dem Ball nach und kratzte ihn im letzten Moment noch von der Torlinie. Nach der Rettungstat rutschte der Abwehrmann ins Tornetz und blieb mit dem Rücken an einem Karabinerhaken hängen. Unfallwagen, Operation – Ende der Karriere. Die durchtrennten Nerven waren nicht wieder zusammengewachsen. Tragisch.
„Jako“ war 1979 vom MSV Duisburg zum HSV gekommen, gab sein Länderspiel-Debüt am 13. Mai 1980 in Frankfurt gegen Polen (3:1). Danach dauerte es bis zum 12. September 1984, ehe Länderspiel zwei folgte: Franz Beckenbauer, der sein Teamchef-Debüt gab, lud Jakobs ein. Es gab eine 1:3-Niederlage gegen Argentinien, aber „Jako“ hatte den Ehrentreffer erzielt. Mit Rot-Weiß Oberhausen und Tennis Borussia Berlin war er vor seiner Duisburg-Zeit insgesamt dreimal aus der Bundesliga abgestiegen. Zum HSV geholt wurde Jakobs von Trainer Branko Zebec, über den der harte Stopper einst verriet: „Ich habe im Training immer hart gearbeitet, aber was unter Zebec ablief, das war teilweise unmenschlich. Wir Spieler waren oft fassungslos und völlig am Ende, denn wir liefen und liefen bis zum Geht-nicht-mehr. Und nicht selten bis zum Einbruch der Dunkelheit.“

Fakten & Story Manfred Kaltz

Manfred musste nicht lange überlegen. Als er im Frühjahr 1970 erfuhr, dass sein Trainer Gerhard Heid zum HSV wechseln würde, stand für den blonden Abwehrmann fest: „Ich gehe mit. Komme was wolle, das können auch meine Eltern nicht verhindern, ich gehe auch zum HSV.“ „Manni“ Kaltz war damals 17 Jahre alt, konnte noch gar nicht allein entscheiden, aber er setzte sich nach kurzer Auseinandersetzung durch. Heid musste ihn also niemals überreden, Kaltz ist von ganz allein zum HSV gekommen. Er bestritt in seiner ersten Saison 1971/72 gleich 32 von 34 Spielen, erzielte dabei vier Tore – welch ein Einstand für den jungen Mann! Seine berühmten Bananenflanken fanden in der Sturmmitte den berühmten Kopf von Uwe Seeler. Und in der Nationalmannschaft gab Kaltz am 3. September 1975 beim 2:0-Sieg in Wien über Österreich sein Debüt. Mit Könnern im Team wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Berti Vogts, Schwarzenbeck, Stielike und Hölzenbein.
Als Horst Hrubesch zur Saison 1978/79 zum HSV kam, hatte Hamburg endlich wieder ein Traumpaar wie zu den Zeiten Seeler/Dörfel. Die gesamte Bundesliga wusste, dass Kaltz von rechts flankt und dann das Kopfball-Ungeheuer in der Mitte zuschlägt, fand aber kaum ein Mittel dagegen. 1989 trennte sich der HSV von „Manni“ Kaltz – oder umgekehrt. Der „Elfmeter-König“ (traf bei 53 von 60 Strafstößen) ging zu Girondins Bordeaux, von dort ausgeliehen zum FC Mulhouse. Ein Jahr später kehrte Kaltz noch einmal zum HSV zurück und absolvierte am 17. April 1991 sein letztes Spiel in der Bundesliga. Der HSV siegte 4:0 gegen Dortmund, Kaltz wurde in der 82. Minute für Thomas Stratos eingewechselt.

Fakten & Story Rudi Kargus

Rudi wurde vom unvergessenen Gerhard Heid im Jahre 1971 von Wormatia Worms zum HSV geholt. In Hamburg fand der als „Elfmeter-Killer“ in die Bundesliga-Geschichte eingegangene Kargus erst sein sportliches Glück, dann auch sein privates – denn er lebt, obwohl es zunächst nach der Station in Hamburg noch andere Vereine gab, immer noch im hohen Norden. Rudi Kargus hielt in seiner glänzenden Karriere insgesamt 23 Strafstöße.
In der Jugend hat Kargus zunächst Mittelstürmer bei Wormatia gespielt, bis sich der Torwart seiner Mannschaft verletzte – eine steile Karriere nahm ihren Lauf. Er wurde Jugend-Nationalspieler, machte sich dann einen richtig guten Namen in der Bundesliga und in Hamburg. Unvergessen während dieser Zeit sein wohl größter Schokoladen-Tag im Volksparkstadion. Am 21. Dezember 1973 ging es gegen Borussia Mönchengladbach in der Wiederholung des DFB-Pokal-Achtelfinals. 1:1 hieß es nach Verlängerung, ein Elfmeterschießen auf gefrorenem und verschneitem Rasen musste entscheiden. Es wurde vor 50 000 Zuschauern vor der Westkurve geschossen, und Kargus hielt die Schüsse von Köppel, Bonhof und Danner – Rudi wurde zum Helden des HSV.
Ein Lautsprecher seiner Zunft ist er dennoch nie geworden, er blieb immer bescheiden, zurückhaltend und mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität.
Nach seiner Spieler-Karriere, die ihn noch zum 1. FC Nürnberg, zum KSC, Fortuna Düsseldorf und zum 1. FC Köln (ohne Einsatz) geführt hatte, wurde Rudi Kargus Jugend-Trainer beim HSV, danach auch noch Liga-Coach des USC Paloma. Heute ist der ehemalige Nationalkeeper (drei Länderspiele) ein angesehener, etablierter und erfolgreicher Kunstmaler.

Fakten & Story Kevin Keegan

Kevin sorgte im Sommer 1977 dafür, dass immer mehr Frauen in das Volksparkstadion kamen.
Der Frauenschwarm zog die Weiblichkeit wie ein Magnet nach Bahrenfeld. Wobei nicht zu verschweigen ist, dass der Engländer zuerst bei seinen Mannschaftskollegen einen unfassbar schweren Stand hatte. Die gestandenen HSV-Profis hatten sich vorher gegen eine Verpflichtung der „Mighty Mouse“ ausgesprochen: Tenor: „Wir brauchen keinen Spieler aus dem Ausland, wir sind auch so gut genug.“ Mit Keegan aber, der damals die Bundesliga-Rekordsumme von 1,6 Millionen Mark kostete, wurde der HSV noch besser. Nicht gleich, aber stetig. In seiner ersten Hamburger Spielzeit brachte er es auf 25 Einsätze und sechs Tore – aber dann…
In HSV-Saison zwei für Kevin Keegan lief es prächtig. Er bestritt alle 34 Spiele, erzielte 17 Tore, war der Star der Bundesliga und wurde zum Publikumsliebling in Hamburg. Vergessen der Fehlstart, der sogar mit einem Platzverweis garniert war. Am 31. Dezember 1977 (kein Silvesterscherz!) gastierte der HSV auf freundschaftlicher Basis auf der Lübecker Lohmühle, gewann zwar 2:1, verlor aber Keegan bereits in der sechsten Minute wegen Nachtretens. Schiedsrichter Klaus Thiede (SC Kisdorf) kannte kein Erbarmen. 1979 wurde der HSV mit Keegan Deutscher Meister, kam sogar bis ins Europapokal-Finale gegen Nottingham Forest, doch das Spiel in Madrid ging am 28. Mai 1980 trotz bester HSV-Chancen mit 1:2 verloren. Im Sommer 1980 verließ Keegan dann Hamburg, ohne den HSV danach aus den Augen oder dem Herzen zu verlieren. Der Popsänger („Head Over Heels in Love“) ist noch heute mit Manager Bernd Wehmeyer befreundet.

Fakten & Story Dr. Wolfgang Klein


Wolfgang führte den HSV von 1979 bis 1987 in die Weltspitze und von Triumph zu Triumph. Horst Eberstein, damals Leichtathletik-Chef des HSV (später im Fußball tätig), holte den talentierten Weitspringer bereits Anfang der 60er-Jahre nach Hamburg, wo ihm der HSV sein Jura-Studium finanzierte. Klein gehörte zu den zehn besten Weitspringern der Welt und gewann zwischen 1961 und 1964 sechs deutsche Meisterschaften. Im Dezember 1979 kandidierte Dr. Klein erfolgreich gegen den früheren Präsidenten und Generalmanager Dr. Peter Krohn und wurde zum HSV-Präsidenten gewählt. Er war ein äußerst erfolgreicher Präsident, denn der HSV spielte in der Bundesliga wieder um den Titel mit und erreichte 1983 sogar das Finale im Europapokal der Landesmeister. Rechtsanwalt Klein, der damals für das NDR-Fernsehen die legendäre „Sportschau der Nordschau“ moderierte, holte zur Saison 1981/82 Trainerlegende Ernst Happel zum HSV – gemeinsam mit Manager Günter Netzer. Die folgenden Jahre wurden zur erfolgreichsten Ära in der HSV-Geschichte. Allerdings ging es mit den Jahren dann doch leicht bergab. Im letzten Jahr der Klein-Präsidentschaft wurde der HSV immerhin noch Vizemeister und gewann den DFB-Pokal, aber auch Happel gab 1987 auf.
Warum es der HSV dann nicht mehr schaffte, an die ganz großen Erfolge anzuknüpfen, darüber befand Wolfgang Klein einst im Abendblatt: „Beim HSV mangelte es nach 1987 an Kontinuität wie an ausgewiesenen Fachleuten. Trainer, Manager und Präsidenten wechselten viel zu oft. In München, aber auch in Bremen, standen über viele Jahre dieselben Personen in der Verantwortung. Das zahlt sich aus, wie es sich beim HSV in den 80er-Jahren ausgezahlt hatte.“

Fakten & Story Franz Klepacz

Franz kam im Sommer 1951 vom VfB Bielefeld zum HSV, hatte in seiner ersten Saison 19 Einsätze in der Oberliga, in denen er elf Tore erzielen konnte. Als Linksaußen. In seinem dritten Spiel mit der roten Hose erzielte er beim 7:2 gegen Arminia Hannover am Rothenbaum zwei Treffer. Mitspieler Jochen Meinke erinnert sich: „Der Franz war ein kleiner, wendiger und drahtiger Spieler, der nur schwer zu packen war.“ 1952, als es in den Gruppenspielen um die Deutsche Meisterschaft ging, hatte „Lolli“ Klepacz seine erste Sternstunde im HSV-Trikot, als er beim 8:2-Sieg (!) gegen Schalke 04 drei Tore erzielen konnte. Franz Klepacz war ein ruhiger Vertreter und ein großartiger Teamplayer. Über den Spitznamen „Lolli“ gibt es verschiedene Versionen. Franz soll eine große Nase gehabt haben – den „Lolli“. Sein Vater hatte eine Süßigkeiten-Fabrik, deshalb brachte Franz immer Lollis mit. Und Franz soll stets Heißhunger auf Süßes gehabt haben – und genoss jeden Lolli.
In der Saison 1954/55 wurde aus Stürmer Klepacz der Verteidiger Klepacz. Trainer Martin Wilke wagte es. Fortan hieß das Verteidiger-Paar des HSV Börner/Klepacz. Und später auch Laband/Klepacz. Und Piechowiak/Klepacz. Wie im Endspiel 1958, das der HSV 0:3 gegen Schalke verlor.
In der Meister-Saison 1959/60 bestritt Franz Klepacz noch 15 Oberliga-Spiele für den HSV, aber in den Gruppenspielen gegen Borussia Neunkirchen, Westfalia Herne und den KSC kam er nicht mehr zum Einsatz –und auch im Finale gegen den 1. FC Köln nicht. Danach beendete er seine Karriere, um noch viele Jahre für eine untere Herrenmannschaft des HSV zu spielen. Auch für die Altliga schnürte „Lolli“ Klepacz noch lange die Stiefel – so hat er über 1000 HSV-Spiele absolviert.

Fakten & Story Kuno Klötzer

Kuno kam im Sommer 1973 zum HSV, als der Klub ganz knapp dem Bundesliga-Abstieg entgangen war. Und er ging, als er den HSV zum DFB-Pokal- sieg, die Mannschaft auf Platz sechs in der Liga und den „Dino“ zum ersten Europapokalsieg der Vereinsgeschichte geführt hatte. Kuno Klötzer, der „Ritter“, war einer der größten Trainer des HSV. Und trotz allem lief nicht alles so ganz rund für ihn. Mit Dr. Peter Krohn stand ein zweites Alphatier an seiner Seite, es gab immer wieder einmal Meinungsverschiedenheiten und Zwistigkeiten. Deshalb auch das überraschende Ende nach dem großen Triumph 1977. „Wir Spieler haben von diesem Ärger meistens aus den Zeitungen erfahren, und dann haben wir uns oft köstlich amüsiert. Wir haben beide Männer sehr geschätzt, ihr Ärger war ganz allein ihre Sache, wir hielten uns da raus. Kuno Klötzer war ein harter und stets gerechter Trainer, das Menschliche war seine große Stärke“, sagte einst Verteidiger Peter Hidien über den Coach.
Auch Linksaußen Georg Volkert lobt seinen damaligen Trainer: „Kuno war vor allem ein ehrlicher Mensch. Und er hatte sehr viel Ahnung vom Fußball. Er hätte nie ein System spielen lassen, für das er die Spielertypen nicht hatte. Und was noch großartig war: Er hat den Fußball nicht verkompliziert. Sein Bestreben war es immer, ehrliche Arbeit abzuliefern – das gelang ihm stets hervorragend.“ Kuno Klötzer ging vom HSV zu Hertha BSC, zu Werder und zum MSV Duisburg. 1982 beendete er seine Trainer-Karriere. Im Norderstedter Reihenhaus war er immer mit Ehefrau Anni wohnen geblieben. Am 6. August 2011 starb der großartige Mensch Kuno Klötzer im Alter von 89 Jahren. Bis zuletzt ist er zu den Spielen seines HSV gegangen.

Fakten & Story Dr. Peter Krohn

Peter hatte durchaus keinen leichten Start, als er 1973 HSV-Präsident wurde, denn er hatte nicht nur viel vor mit dem Traditionsverein von der Rothenbaumchaussee, er wollte seine selbst gesetzten Ziele auch mit etwas ausgefallenen, teilweise seltsamen Ideen erreichen. Und er erreichte viel. Krohn sorgte innerhalb von drei Jahren dafür, dass der HSV, den er mit Schulden übernommen hatte, stolze 16 Millionen Mark erwirtschaftete. Sportlich wollte Krohn den HSV von der unteren Tabellenhälfte der Bundesliga wieder an die Spitze Europas führen, und auch das gelang ihm. In der Amtszeit Krohns, der bis 1975 zunächst Präsident und dann bis 1977 Generalmanager war, fielen der DFB-Pokalsieg 1976 und der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1977.
In der Nachbetrachtung seiner HSV-Zeit gilt Krohn als Pionier in Sachen Fußball-Marketing, der Hamburger mit dem großen Selbstbewusstsein war damals seiner Zeit weit voraus.
Krohn ließ Showtraining am Rothenbaum durchführen, bot beispielsweise eine Blaskapelle im Mittelkreis auf, ließ einen Elefanten einlaufen oder stellte Mike Krüger („Mein Gott Walther“) als Linienrichter auf. Krohn bat zudem die Fans darum, freiwillig zwei Mark mehr für ihre Eintrittskarte zu entrichten, zum Dank dafür durften die Zuschauer darüber entscheiden, auf welcher Position sich der HSV verstärken solle – Motto: „Fans kaufen Stars“. Krohn „erfand“ die rosa Trikots, Krohn erfand – in arger Finanznot – auch den Hafenpokal, Krohn verpflichtete „seine Fernsehliebe“ Felix Magath vom 1. FC Saarbrücken und holte auch Kevin Keegan vom FC Liverpool.

Fakten & Story Gerd Krug

Gerd wechselte in der Jugend vom HSV Barmbek-Uhlenhorst zum großen HSV. Er spielte zunächst Rechtsaußen, als er 1956 in die Liga-Mannschaft kam, in der Größen wie Posipal, Schemel, Liese, Schlegel, Meinke und Uwe Seeler standen. In seiner ersten Oberliga-Saison schaffte Gerd Krug in 29 Spielen 18 Tore. Nur Uwe Seeler erzielte mit
31 Treffern mehr. In den Jahren danach wurde Krug mehr und mehr nach hinten beordert. Erst in die Läuferreihe, dann wurde er Verteidiger. Meistens rechts, aber im Endspiel 1963 musste er links ran – ausgerechnet gegen Helmut Rahn. Krug spielte eine äußerst miserable erste Halbzeit, konnte sich dann aber steigern. 1963 wurde der Germanistik-,Literatur- und Sport-Student Bundesligaprofi, doch im Alter von nur 28 Jahren beendete er seine Karriere. Er wurde ein großartiger und mehrfach preisgekrönter Journalist. „Fußball war ein Hobby, Fußball fand ich klasse, aber irgendwann musste ich auch an die Zukunft und einen Beruf denken. Und deshalb beschloss ich, aufzuhören. Da war ich konsequent“, sagte Gerd Krug einst.
Er galt in der HSV-Mannschaft als Intellektueller – gemeinsam mit Jürgen Werner und Uwe Reuter. Krug, der sich auf dem Platz (und gelegentlich auch nebenbei) etliche harte Verbal-Duelle mit Uwe Seeler lieferte und dabei nicht zurückzog, sagte damals mit ein wenig Stolz in der Stimme: „Das gab es in diesem vulgären Sport nicht so oft, dass Studenten da eine so gute und große Rolle spielten – wir fühlten uns irgendwie als Exoten.“ Fußball hat Gerd Krug nach seinem Karriereende nie wieder im Verein gespielt, beim HSV war er von 2008 an für drei Jahre im Aufsichtsrat.

Fakten & Story Fritz Laband

Fritz wurde 1954 als HSV-Spieler Fußball-Weltmeister. Allerdings war der Verteidiger im Finale gegen Ungarn (3:2) nicht mit von der Partie. Dabei hatte das Turnier so gut für ihn begonnen, denn Laband war beim ersten Spiel, dem 4:1 in Bern gegen die Türkei, der rechte Verteidiger der Herberger-Mannschaft. Und auch beim zweiten Sieg gegen die Türken, dem 7:2 in Zürich, verteidigte Laband wieder rechts. In der Zwischenrunde traf Deutschland in Genf wieder mit Fritz Laband auf Jugoslawien, siegte 2:0 und erreichte das Halbfinale. Das war aber zugleich das letzte Länderspiel für den Hamburger Abwehrspieler, der sich gegen Jugoslawien verletzt hatte. Im Finale verteidigte dann HSV-Spieler Jupp Posipal rechts, für Laband blieb im Berner Wankdorf-Stadion nur das Zuschauen.
Der gebürtige Oberschlesier war im Sommer 1950 zum HSV gekommen, spielte auf Anhieb in 29 von 32 Oberliga-Spielen und wurde gleich Nordmeister. In der Spielzeit nach dem WM-Titel nahm Fritz Laband, der sich vor Saisonbeginn bei einem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Köln schwer verletzt hatte, dann aber an keinem Oberliga-Spiel teil. Er war lediglich in einer Endrunden-Begegnung mit von der Partie, brachte es dann in der Saison 1955/56, seiner letzten Spielzeit für den HSV, nur noch auf neun Einsätze. Dann wechselte er zu Werder Bremen. 1957 kehrte Laband wieder nach Hamburg zurück, spielte für Grün-Weiß 07. Fußballerisch und beruflich brachte diese Rückkehr aber nicht das erhoffte Glück, obwohl die Grün-Weißen bis in die damals zweithöchste Spielklasse aufstiegen. Nach dem Karriereende trainierte Laband noch kurz den USC Paloma. Am 3. Januar 1982 starb der Weltmeister im Alter von nur 56 Jahren an Kehlkopfkrebs.

Fakten & Story Felix Magath

Felix schoss am 25. Mai 1983 das wichtigste Tor seiner Karriere – es war jener Treffer, der nicht nur Juventus Turin im Finale des Landesmeister- Wettbewerbs mit 1:0 besiegte, sondern der den HSV auch an die Spitze von Fußball-Europa hievte. Ein unvergessenes Tor, ein unvergessener Tag. Magath schoss den Ball in der neunten Spielminute von der Juve-Strafraumgrenze und aus halblinker Position hoch in den hinteren Winkel des italienischen Tores, das damals vom großen Dino Zoff gehütet wurde. In der Heimat hörten die HSV-Fans den ausgeflippten NDR-Rundfunkreporter Kurt Emmerich, der in sein Mikrofon schrie:
„Ein herrlicher Treffer!“ So war es. Das Tor der Vereins-Geschichte. Zum HSV kam Magath eher zufällig.
Der damalige HSV- Generalmanager Dr. Peter Krohn war begeisterter Zuschauer der ARD- Sportschau, und nach jedem Spiel des 1. FC Saarbrücken wuchs die Krohnsche Begeisterung zu Felix Magath. Und eines Tages beschloss Krohn, seine saarländische „Fernsehliebe“ Magath nach Hamburg zu holen. Gesagt, getan.
Magath wurde Regisseur des HSV, er wurde Nationalspieler, er feierte große Erfolge mit seinem Verein – und er wurde Vize-Weltmeister 1986. Nach diesem Turnier in Mexiko sattelte Felix der Glückliche um, trat die Nachfolge von HSV-Manager Günter Netzer an. Jahre danach wurde er Trainer, zuerst in Bremerhaven, dann in Hamburg.
Und er feierte bald große und größte Erfolge – nur leider nicht mehr mit dem HSV. „Quälix“, so sein Spitzname (weil er so hart trainieren lässt!), wurde nach seiner Station beim HSV noch Trainer beim 1. FC Nürnberg, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, dem VfB Stuttgart, Bayern München, zweimal beim VfL Wolfsburg, bei Schalke 04 und beim FC Fulham, seit Juli 2016 trainiert er in China den Klub Shandong Luneng.

Fakten & Story Günther Mahlmann

Günther stammte aus Bockenem und arbeitete, bevor er nach Hamburg umsiedelte, als Lehrer in Braunschweig.
Bruder Carl-Heinz Mahlmann, damals HSV-Präsident, holte ihn als Jugendtrainer in den Verein – ein Glücksfall für beide. Günther Mahlmann war ein erfolgreicher Coach, obwohl er keinen Trainerschein besaß.
Er verstand, so hieß es später von einigen seiner Spieler, nicht unbedingt sehr viel vom Fußball, aber er konnte mit Menschen umgehen, war ein überragender Pädagoge. Seine Art wurde oft als „hart aber gerecht“ beurteilt, er war zu jeder Zeit konsequent, vor ihm standen sie alle stramm – ohne Widerwort.
Als Mahlmanns Jugendspieler in den Herrenbereich aufstiegen, ging er quasi mit: Neben Liga-Trainer Martin Wilke wurde er Leiter der HSV-Geschäftsstelle und auch zuständig für den sportlichen Bereich.
Das führte letztlich zu einer Wachablösung: Noch vor dem Pokalfinale am 5. August 1956 gegen den Karlsruher SC (1:3 verloren) löste Günther Mahlmann Chef-Coach Wilke ab. Zur Saison 1963/64 und damit zur Einführung der Bundesliga kehrte Wilke wieder (für ein Jahr) zurück – weil Günther Mahlmann nicht die erforderliche Bundesliga-Trainerlizenz besaß, sie auch nicht durch einen (Kurz-)Lehrgang erwerben wollte. Er wurde bis Mitte 1970 wieder Geschäftsführer. Bis dahin lief beim HSV fast alles über ihn. „Günther Mahlmann war ein Goldgriff für den HSV, denn als er 1947 zu uns kam, gab es keinen einzigen Trainer in der Jugend- Abteilung, nur Betreuer.
Mahlmann organisierte fortan alles, war für alle Jugendteams zuständig und machte das großartig“, erinnert sich der frühere HSV-Kapitän Jochen Meinke und fügt ergänzend an: „Er hatte einen unwahrscheinlich guten Blick für Talente – eine absolute Respektsperson.“

Fakten & Story Jochen Meinke

Jochen ist der Kapitän der Meistermannschaft von 1960, er war Stopper der Elf, die im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1960 den 1. FC Köln mit 3:2 besiegte. Der Mann ist bemerkenswert, und zwar in absolut jeder Beziehung. Er ist die Fairness in Person, wer hat ihn jemals unfair erlebt? Niemand. Ein Foulspiel? Jochenfritz, wie er eigentlich heißt, weiß gar nicht, was das ist. Er war und ist ein Muster an Zuverlässigkeit, er bewahrt stets die Ruhe, behält die Übersicht. Große Töne spucken war nie sein Ding; er geht immer ehrlich und geradeaus durchs Leben. So war er nicht nur als Spieler, so ist er als Mensch. Großartig. Es wird keinen in der großen HSV-Familie geben, der Jochen Meinke nicht mit Lobeshymnen überschüttet.
Auf 400 Pflichtspiele hat er es mit der Raute auf der Brust gebracht, leider aber kein Bundesliga-Spiel mehr absolviert. Die Arbeit und die Familie gingen damals, im Jahre 1963, vor. Obwohl Jochen Meinke als Stand-by-Profi noch am 24. Mai 1964 für den HSV gegen den FC Liverpool spielte. „Jochen, Sie sind mein Libero“, sagte der damalige Trainer Georg Gawliczek zum „Kapitän“ (so wird er ewig heißen), und Meinke fragte ein wenig verwirrt zurück: „Was ist denn ein Libero?“ Er wurde aufgeklärt, er spielte in New York (!) eine Weltklasse-Partie – der HSV gewann gegen die Engländer 2:0 (Tore von Harry Bähre und Uwe Seeler). Nach diesem Erfolg sollte Meinke bleiben und auch in der Bundesliga spielen, aber er lehnte dankend ab. So ist er: Ein Mann, ein Wort, er blieb bei seinem Nein.
Dem HSV ist er bis heute treu geblieben, er arbeitete noch Jahre als Jugendleiter und ehrenamtlich für den Fußball-Verband. Er ist in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon, und noch heute ist er mit Ehefrau Erika bei jedem Heimspiel im Volkspark. Einfach vorbildlich, dieser Mann!

Fakten & Story Klaus Neisner



Klaus machte am 5. August 1959 sein wohl größtes Spiel. Vier Tore gegen Werder Bremen. Der HSV gewann im Nordpokal-Halbfinale gegen den „Ewigen Zweiten“ mit 9:1, und der kleine „Micky“ war als Rechtsaußen im Sieger-Team der Mann des Tages. Und noch ein Spiel ist im Zusammenhang mit Klaus Neisner unvergessen:
Am 2. November 1960 stand für den HSV das erste Europapokalspiel der Vereinsgeschichte an. Es ging in Bern gegen den Schweizer Meister Young Boys. Diese Mannschaft rekrutierte sich vornehmlich aus Nationalspielern der Eidgenossen – und der HSV fegte dieses Team mit 5:0 vom Platz. Für viele, die damals dabei gewesen sind
(und dieses Spiel wurde nicht im Fernsehen gezeigt!), ist es das beste HSV- Spiel aller Zeiten. Klaus Neisner wirbelte auf dem rechten Flügel so, wie sonst nur links „Charly“ Dörfel. Je zweimal trafen Klaus Stürmer und Uwe Seeler, und den Endstand schoss Neisner heraus.
„Wenn ich so manche Flanke zur Mitte brachte, die entweder zu flach oder zu ungenau kamen, dann sah ich nur zu Uwe. Das Motto: „Wenn Blicke töten könnten…“ Und trotz allem war es eine erfolgreiche Zeit. Für alle“, sagte Klaus Neisner einst rückblickend. Der gebürtige Berliner ging 1963 nicht mit in die Bundesliga, sondern zog den Beruf des Bankkaufmanns vor und machte auch dort eine großartige Karriere. Den HSV hat er, obwohl er noch für Bergedorf 85 stürmte, nie aus seinem Herzen gestrichen. Über viele Jahrzehnte war er ein sehr engagierter Teamchef der HSV-Altliga, spielte selbst noch bis ins hohe Alter mit den früheren Kollegen zusammen.

Fakten & Story Günter Netzer

Günter kam per Zufall auf den Posten des HSV-Managers. Der frühere Nationalspieler wollte in der Saison 1977/78 die Stadionzeitung des HSV „machen“, aber Präsident Paul Benthien beschied dem „langen Blonden mit dem großen Schuh“: „Sie können die Stadionzeitung machen, aber nur dann, wenn Sie auch HSV-Manager werden.“ Damit war Netzer überredet und wurde somit Nachfolger von Dr. Peter Krohn. Als Profi hatte sich Günter Netzer mit dem Aufstieg seiner Borussia aus Mönchengladbach 1965 schnell einen Namen in Deutschland gemacht. Mit seinen langen Haaren und der Vorliebe für schnelle Autos und schöne Frauen hob er sich schon früh von den Kollegen ab. Auch mit seinen Aussagen zum Profifußball erregte er Aufsehen, wie zum Beispiel: „Am Sonnabend stehen elf Geschäftsleute auf dem Platz, von denen jeder seine eigenen Interessen vertritt. Sie suchen zusammen den Erfolg.“
Netzer blieb bis 1986 beim HSV, er hatte in seiner Zeit die Mannschaft des Traditionsklubs auf vielen Positionen verändert und hielt mit diesen Maßnahmen auch den abwanderungswilligen Kevin Keegan in Hamburg.
Unter Netzer kamen die Trainer Branko Zebec und Ernst Happel zum HSV, der Verein wurde in dieser Zeit dreimal deutscher Meister (1979, 1982, 1983) und gewann 1983 den Europapokal der Landesmeister.
Nach der Zeit an der Elbe gründete Netzer in Zürich eine international tätige Werbeagentur. Und er trat als Experte und Kommentator im Fernsehen auf. Für seine Arbeit in der ARD erhielt er 2000, gemeinsam mit Gerhard Delling, den Grimme-Preis. Außerdem wurden Netzer und Delling im Mai 2008 für ihr „hohes sprachliches Niveau“ mit dem Medienpreis für Sprachkultur ausgezeichnet.

Fakten & Story Peter Nogly

Peter hatte 1969 eigentlich schon beim FC Bayern zugesagt, ließ sich dann von seinem Lübecker Teamkollegen Siegfried Beyer (beide spielten für Phönix) mehr oder weniger überreden, mit zum HSV zu wechseln. Der Beginn einer ganz großen Liebe… Auf den zweiten Blick. Der Anfang nämlich war nicht besonders prickelnd. Unter Trainer Georg Knöpfle wurde nie so richtig nach Noglys Geschmack trainiert, das waren fast immer nur Spielchen „Sturm gegen Abwehr“. „Eiche“ Nogly spielte zuerst im offensiven Mittelfeld, dann wurde er Vorstopper, später wieder Mittelfeldspieler.
Er war ein gnadenloser Kämpfer, er ging hart zur Sache und lief und lief und lief für sein Team, er war stets ein Vorbild. Und wurde bald Mannschaftskapitän. Beim Pokalsieg 1976, dem 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern, schoss er in der 22. Minute das 1:0, beim 2:0-Sieg im Europapokal-Endspiel gegen den RSC Anderlecht hielt er mit Kaltz, Ripp und Hidien die Abwehr zusammen, und 1979 wurde er mit der Raute auf der Brust deutscher Meister.
Es gab viele große Momente in seiner großartigen Laufbahn, er selbst schwärmt noch heute von einem Spiel, das für so manchen HSV-Fan das größte aller Zeiten war: „Das Halbfinale im Landesmeister-Wettbewerb gegen Real Madrid im Volksparkstadion, der 5:1-Sieg, der ist einmalig, da haben wir perfekt gespielt. Und die Begeisterung in Hamburg rund um dieses Spiel, die war unfassbar und ist unvergessen.“ Weil er mit der Defensiv-Einstellung von Trainer Branko Zebec nicht mehr einverstanden war, verließ Peter Nogly 1980 den HSV Richtung Kanada und Amerika. Den HSV behielt er aber immer im Herzen, von 2014 bis Januar 2017 saß er im Aufsichtsrat seines Vereins.

Fakten & Story Erwin Piechowiak

Erwin spielte in der Jugend für Vorwärts-Ost und Einigkeit Wilhelmsburg, dann entdeckte ihn der HSV. Gleich in seinem ersten Oberliga-Einsatz am 11. August 1957 schoss er beim 3:0-Sieg des HSV gegen Phönix Lübeck ein Tor. Es blieb sein einziges in dieser Spielzeit. „Piecho“ kam als Läufer oder Halbstürmer, wurde als Rothose alsbald in erster Linie als Abwehrspieler eingesetzt. Er erfüllte seine Aufgaben meistens unauffällig, mit gutem Auge und großartiger Technik – ein robuster und überharter Spieler war er nie. Erwin Piechowiak wollte Fußball im wahrsten Sinne des Wortes spielen, und diese Art wurde beim HSV sehr wohl geschätzt. Zumal er nie als „Lautsprecher“ auftrat, sondern stets zurückhaltend agierte – er ließ andere machen … und tönen. Kurios: Erwin Piechowiak kam für den HSV auch in vier Europapokalspielen zum Einsatz – und blieb dabei unbesiegt! Er war beim 5:0 gegen Young Boys Bern dabei, beim 3:2 gegen Union Sportive Luxemburg, beim 3:2 im Entscheidungsspiel in Lausanne gegen den FC Barcelona (18. Dezember 1963) und zum guten Schluss (am 4. März 1964) gab es für ihn und den HSV ein 1:1 gegen Olympique Lyon.
Nach seiner Spieler-Karriere wurde er noch viele Jahre ein erfolgreicher Trainer beim SC Sperber, bei TuRa Harksheide, beim Glashütter SV und bei den HSV-Amateuren. Er arbeitete in dieser Zeit auch noch lange in der Adidas-Firma von Uwe Seeler. Fußball spielte er auch noch – total unaufgeregt – bis ins hohe Alter, und zwar für TuRa Harksheide, über die Alten Herren bis hinauf zu den Super-Senioren. Und für die HSV-Altliga lief er ebenfalls noch lange auf – und gehört als Vollblut-HSVer bis heute noch zum Team, auch wenn er mittlerweile nicht mehr aktiv ist.

Fakten & Story Jupp Posipal

Jupp spielte bis 1949 für Arminia Hannover, doch plötzlich war er – quasi über Nacht – aus Hannover verschwunden.
Des Rätsels Lösung: Sein Trainer Georg „Schorsch“ Knöpfle hatte den Josef klammheimlich mit in den Urlaub genommen, um ihn dann anschließend beim HSV anzumelden. Nicht ganz selbstlos, denn Knöpfle war neuer HSV- Coach geworden. Fünf Jahre später war Jupp Posipal Verteidiger der legendären Weltmeistermannschaft 1954.
Ursprünglich hatte der Abwehrmann als Mittelstürmer begonnen, doch in Hamburg wurde er „umfunktioniert“. Jochen Meinke, später ebenfalls Mittelläufer, war damals Halbstürmer neben Posipal und erinnert sich an die Zeit mit Jupp: „Er war ein großartiger, ein fantastischer Mensch. Und er war ein überragender Mittelläufer mit einem unschlagbaren Kopfballspiel.“ Es gab seinerzeit keinen besseren Teamplayer. Nicht selten fragte Posipal nach den Spielen: „Wer hat noch Lust, mit zu mir zu kommen? Es gibt auch etwas zu essen…“ Was nicht mit Ehefrau Gisela abgesprochen war, aber auch die Posipal-Gattin war in dieser „Disziplin“ einmalig. Meinke: „Jupp hat nie den Nationalspieler oder den Star heraushängen lassen, das haben wir alle an ihm bewundert.“ Am 21. Juni 1958 dann ein Pokalspiel in Osnabrück. Der HSV verlor 2:3, und auf der Rückfahrt im Bus erklärte Posipal seinen völlig überraschten Mitspielern: „Damit ihr Bescheid wisst, das war heute mein letztes Spiel.“ Er bekam zwar noch
am 6. August 1958 ein Abschiedsspiel (Sparta Prag), aber seine Bilderbuch-Karriere hatte doch ein ziemlich abruptes Ende gefunden. Posipal war jedoch in den folgenden Jahren immer noch als Betreuer und „gute Seele“ der Mannschaft mit von der Partie.

Fakten & Story Willi Reimann

Willi stand bei vielen HSV-Größen schon als Stürmer von Bremerhaven 93 auf der „Einkaufsliste“, aber der HSV griff erst zu, als es richtig teuer wurde – und Reimann von Hannover 96 kam. 1974 wurde der Rechtsaußen von Trainer Kuno Klötzer und Präsident Dr. Peter Krohn verpflichtet, der HSV lief im folgenden Sommer auf Rang vier ein.
Willi Reimann hatte in der ersten Saison 23 Spiele bestritten und acht Tore erzielt und war damit, gemeinsam mit Horst Bertl, bester Torschütze für die Rothosen.
1976 wurde er mit dem HSV Pokalsieger, im Mai 1977 stand er in jener Elf, die in Amsterdam durch einen 2:0-Sieg gegen den RSC Anderlecht den Europapokal der Pokalsieger gewann. Damit nicht genug der Erfolge.
1978/79 stürmte er an der Seite von Horst Hrubesch zur Deutschen Meisterschaft (unter der Regie von Branko Zebec), in 26 Einsätzen erzielte Reimann fünf Treffer.
1981 verließ Willi Reimann Hamburg und den HSV, wechselte zu den Calgary Boomers nach Kanada – seine letzte Station als Spieler. Danach schlug er die Trainer-Laufbahn ein. Seine erste Station war Altona 93, dann ging es zum FC St. Pauli. Von dort holte ihn der HSV, der 1987 erstmals eine Ablösesumme für einen Trainer zahlte. Im Januar 1990 kam es dann zur vorzeitigen Trennung, Reimann wurde Coach des 1. SC Norderstedt und ging alsbald zum SV Lurup. Von dort ging es zurück in den „großen Fußball“, der VfL Wolfsburg war die nächste Station, dann der 1. FC Nürnberg, wieder St. Pauli, dann Eintracht Frankfurt. Es folgte ein Abstecher zu Al-Shaab in den Vereinigten Arabischen Emiraten, und 2006 ging es für ein Jahr zur Braunschweiger Eintracht. Mit St. Pauli gelang ihm der Aufstieg in Liga zwei, mit Wolfsburg (1997) und Frankfurt (2003) ging es in Liga eins.

Fakten & Story Uwe Reuter

war einer von drei Spielern, die während der Oberliga-Nord-Zeit von den Mannschaftskollegen als „Intellektuelle“ bezeichnet wurden. Der Außenstürmer begann bei Uhlenhorst-Hertha, wechselte aber in der Jugend zum HSV.
Im Herren-Bereich spielte er zunächst für die Zweite des Vereins, aber 1956 rückte Reuter in das Oberliga-Team auf. Im Sommer des Jahres hatte er noch drei überraschende Auftritte, denn quasi als „Amateur“ setzte ihn Trainer Martin Wilke bei Endrundenspielen um die deutsche Meisterschaft ein: Beim 4:2-Sieg in Stuttgart, beim 2:1 gegen Dortmund und beim 3:1-Erfolg bei Viktoria 89 Berlin. Der HSV verpasste dann aber als punktgleicher Tabellenzweiter (hinter dem BVB) das Finale. In der folgenden Oberliga-Saison 1956/57 gehörte Reuter fest zum Stamm und war im ersten Punktspiel Torschütze beim 3:1 bei Göttingen 05.
In der Meistersaison 1959/60 brachte es Uwe Reuter auf zehn Einsätze, war aber in den Spielen um den Titel nicht mehr mit von der Partie.
Kurz darauf wechselte er für ein Jahr zu München 1860, weil er in Bayern studierte. In der Bundesliga war der Rechtsaußen, der unter großen Sehschwierigkeiten zu leiden hatte, dann noch bei drei Spielen im Einsatz: Bei der 2:3-Niederlage in Kaiserslautern, beim 1:1 gegen den 1. FC Köln und bei der 2:5-Niederlage in Dortmund.
Sein letztes Spiel für den HSV bestritt Uwe Reuter am 10. Juni 1964, als die Rothosen in Freundschaft beim TSV Plön antraten und 16:1 gewannen – mit drei Toren von „Oma“ Reuter, wie er gelegentlich von einigen Fans genannt wurde.
Nach seiner Zeit als Fußballspieler arbeitete Uwe Reuter („Fußball war für mich immer nur Spaß“) als Lehrer am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Hamburg-Harburg, er unterrichtete Sport und Englisch.

Fakten & Story Hermann Rieger

Hermann kam am 12. Oktober 1977 zu seinem Bundesliga-Debüt als Masseur. Im Volksparkstadion. Das mag nicht überraschen. Und doch lief alles ganz anders. „Hermann the german“ kam als Ersatz-Masseur mit München 1860 nach Hamburg, um hier gegen den FC St. Pauli anzutreten. Später wurde er von Uli Hoeneß für den FC Bayern entdeckt, doch Nationalspieler Manfred Kaltz überredete Rieger, als der bei der Nationalmannschaft aushalf, nach Hamburg zu kommen. Seit der Saison 1978/79 war Hermann Rieger, der auch von Schalke 04, Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt „gejagt“ wurde, HSV-Masseur. Und eine großartige Karriere nahm ihren Lauf. Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Udo Bandow lobte einst: „Ich kenne nur wenige Menschen, die eine so große Hilfsbereitschaft, Menschenliebe und so einen bedingungslosen Einsatzwillen haben wie der Hermann.“
Rieger war nicht nur der Mann mit den heilenden Händen, er war auch Beichtvater der Spieler, er war Kumpel, Freund und Helfer in allen Lebenslagen. Er stand den verletzten Spielern Tag und Nacht zur Verfügung, er war bei jedem HSV-Fan beliebt, als sei er ein Spieler. Und er half auch vielen Amateurfußballern. Sie trugen ihn im Herzen und auf den Schultern. Er hatte sogar einen Fan-Club: „Hermanns treue Riege“.
„Servus Burschi“ hieß es dann am 22. Mai 2004. Hermanns letzter Einsatz in der Bundesliga. Der HSV hatte ein Heimspiel gegen Frankfurt und gewann 2:1. Sergej Babarez rutschte nach seinem Siegtor auf Knien auf Hermann Rieger zu und 53 000 Zuschauer waren begeistert.

Fakten & Story Hans-Jürgen "Ditschi" Ripp

Hans-Jürgen ist in Hamburg und Umgebung eigentlich nur unter „Ditschi“ bekannt. Der Mann mit den großen O-Beinen ist der einzige gebürtige Hamburger, der mit dem HSV Pokalsieger, Deutscher Meister und Europapokalsieger geworden ist. Und er hat eine Karriere hinter sich, die ihn einst schon vom HSV weggeführt hatte. Elf Jahre spielte er in der Jugend, dann bei den HSV-Amateuren – mit Aussicht auf einen Profi-Vertrag. Den gab es aber nicht, weil er nach Neumünster zur Bundeswehr musste. Das war dem HSV zu weit von Hamburg entfernt, aus der Vertragsunterzeichnung wurde nichts. Etwas verärgert schloss sich der schnelle und technisch versierte Abwehrspieler Vorwärts Billstedt an. Von dort ging er zu Stern-Pfeil, wo ihn der frühere HSV-Spieler Erwin Piechowiak für den SC Sperber entdeckte. Und „Piecho“, ganz HSVer, empfahl dem HSV eine Verpflichtung von Ripp, zumal auch Harry Bähre (als Scout) auf ihn aufmerksam geworden war.
Dann klappte es mit dem Profi-Vertrag. „Ditschi“, der den „Eisenbahner“ in der Bundesliga eingeführt hat (Ein Übersteiger: über den Ball treten nach links, über den Ball treten nach rechts – dann blitzschnell ab nach links. Oder umgekehrt), gewann seine Titel, aber ein Bundesliga-Tor konnte er in seiner Laufbahn nie erzielen.
Einen Treffer allerdings gab es in einem Pflichtspiel dennoch: Am 20. August 1977 siegte der HSV im DFB-Pokal 4:1 bei Mainz 05, und Ripp traf in Minute sieben zum 2:0-Zwischenstand. Felix Magath (2) und Ferdinand Keller hießen die weiteren Torschützen. Im Sommer 1979 verließ „Ditschi“ Ripp den HSV und spielte noch für den Lüneburger SK, anschließend viele Jahre für die HSV-Altliga.

Fakten & Story Horst Schnoor



Horst wird in der HSV- Vereinsgeschichte wohl für immer einen einsamen Rekord behalten, denn er war 15 Jahre lang die Nummer eins der „Rothosen“. In der heutigen Zeit des Profi-Fußballs undenkbar. Wobei bereits sein Weg zum HSV ein Novum ist – Schnoor, damals Keeper beim Langenhorner TSV, rief beim damaligen Trainer Günther Mahlmann an und fragte kess, wann denn die erste Mannschaft trainieren würde: „Ich möchte da mal mitmachen.“
Mahlmann reagierte nicht gerade erfreut, aber dennoch fand Schnoor einen Weg. In der Saison 1952/53 gab er sein Debüt, am 24. August 1952 im Oberliga-Spiel gegen Altona 93 – der HSV gewann 4:3. Und trotz der drei Gegentore startete der „elegante Flieger“ eine Bilderbuchkarriere. Horst Schnoor war in jener Zeit einer der besten Torhüter Deutschlands und Europas, er brachte es deshalb auch ins Notizbuch des damaligen Bundestrainers Sepp Herberger. Weil der aber stets (den sicher auch guten) Hans Tilkowski (Westfalia Herne) bevorzugte, und weil der große Herberger Horst Schnoor nicht selten mit „Hans“ ansprach, gab es gewisse Spannungen, die letztlich zum Bruch führten. Nach einem Länderspiel am 3. August 1960 auf Island eskalierte es: Tilkowski hatte sich beim 5:0-Sieg früh verletzt, spielte aber 90 Minuten durch, Horst Schnoor schmorte auf der Bank – und verkündete am Tag darauf via „Bild“-Zeitung seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Was seiner beispiellosen Karriere sicherlich keinen Abbruch tat.
Dem HSV ist Horst Schnoor, der bis zur Saison 1966/67 zwischen den Pfosten des „Dinos“ stand, stets treu geblieben, mit Ehefrau Gerda, die seit der Schülerzeit beim HSV an seiner Seite ist, geht er zu jedem HSV-Spiel in den Volkspark. Horst Schnoor ist eine der größten Größen des HSV.

Fakten & Story Willi Schulz



Willi kam zur Saison 1965/66 quasi auf Wunsch von Uwe Seeler nach Hamburg. Steter Tropfen höhlt den Stein, denn der HSV-Mittelstürmer hatte bei jedem Länderspiel auf den eisenharten Abwehrspieler eingeredet: „Willi, komm doch zum HSV. Wir könnten dich sehr gut gebrauchen.“ Dann kam der Stein ins Rollen: Schulz hatte ein Angebot von Hannover 96, und da auch der HSV ihn noch immer wollte, fuhr er in den Norden. Erst zu 96, dann in die Rothenbaumchaussee. Dort sagte er bei Günther Mahlmann schließlich zu. Weil der HSV auch bereit war, Willi Schulz in Sachen einer eigenen Versicherungsagentur zu helfen. Der Vertrag wurde per Handschlag geschlossen. Willi Schulz wurde beim HSV einer der weltbesten Abwehrspieler, er wurde zweimal in die Welt-Auswahl berufen, und er machte auch beruflich sein Ding. Was heißt Ding? Er machte Dinger! Er hatte mit der Zeit gleich mehrere Firmen am Start, der Fußball-Profi mit den stattlichen O-Beinen ist ein überaus erfolgreicher Geschäftsmann geworden. Dank Uwe. „Ich habe dem dicken Seeler alles zu verdanken. Wenn er damals nicht so beharrlich gewesen wäre, wer weiß, wohin es mich verschlagen hätte? Ich werde dem Uwe immer dankbar sein, er war nicht nur mein Kapitän in der Nationalmannschaft, er war auch zugleich Deutschlands erster Spieler-Vermittler.
Er hat das toll gemacht, das werde ich ihm nie vergessen.“
1973 beendete Willi Schulz, der einst vom FC Schalke 04 gekommen war, seine Fußball-Karriere, in der er leider keinen Titel gewinnen konnte. Unvergessen dabei die WM 1966, bei der er zum „World-Cup-Willie“ gekürt wurde und bei der das Finale mit dem legendären Wembley-Tor mit 2:4 nach Verlängerung gegen Gastgeber England verloren ging.

Fakten & Story Dieter Seeler

Dieter begann einst im Alter von neun Jahren beim HSV, aber 1952 verließ er die Rothosen und schloss sich Altona 93 an – weil die Chemie mit dem damaligen Trainer Knöpfle nicht so ganz stimmte. Zu jener Zeit spielte der Blondschopf noch Rechtsaußen. Als er 1955 zum HSV zurückkehrte, wurde aus dem Stürmer dann ein linker Außenläufer „gemacht“, und das blieb er dann bis zum Ende seiner Laufbahn. Dieter Seeler war ein Spieler-Typ, der weder sich noch den Gegner schonte. Er ging mächtig zur Sache, war ein großer Zerstörer und ein vorbildlicher Kämpfer.
Die Fans hatten ihm zudem den Ruf als „Rächer“ verpasst. Dieter trat dann auf den Plan, wenn seinem kleinen Bruder Uwe Ungemach eines Gegenspielers drohte. Dann war Dieter der „Terrier“ zur Stelle, und oft genügte ein Blick, um die Situation zu klären. Er war in der Oberliga als „harter Hund“ bekannt, war jedoch privat ein ganz anderer, sogar ein feinfühliger Mensch. Mittelläufer Jochen Meinke war schon in der Jugend sein bester Freund und sagt: „Dieter war ein Super-Typ, ein toller Kumpel, auf ihn war Verlass, mit ihm konnte man Pferde stehlen.“
Mit Einführung der Bundesliga 1963 wurde Dieter Seeler HSV- Kapitän, er absolvierte in der ersten Saison 22 Spiele (zwei Tore), hatte in der folgenden Spielzeit aber nur noch sechs Einsätze. Sein letztes Profi-Spiel absolvierte er am 20. Februar 1965, es war ausgerechnet jene Partie im Frankfurter Waldstadion, in der Bruder Uwe mit einem Achillessehnenriss in der 56. Minute vom schneebedeckten Rasen getragen werden musste. Obwohl Dieters Vertrag erst im Sommer 1966 endete, bestritt der Routinier in der Saison 1965/66 auch kein Freundschaftsspiel mehr für den HSV. Am 21. September 1979 starb Dieter Seeler an einem Nierenleiden.

Fakten & Story Erwin Seeler

Erwin kam erst 1938 zum HSV. Zu jener Zeit war der Vater von Dieter, Gertrud und Uwe bereits 28 Jahre alt. Mit 17 Jahren hatte „Old Erwin“ sein Debüt in der Liga-Mannschaft des SC Lorbeer Rothenburgsort. Er spielte Mittelstürmer, und zwar sehr erfolgreich. Der HSV wurde viel früher auf ihn aufmerksam, aber zu einer Verpflichtung kam es trotz wiederholter Gespräche, Treffen und Angebote (noch) nicht. Im Frühjahr 1932 wechselte er dann doch, aber Erwin Seeler entschloss sich zu einem „Umweg“, er spielte noch sechs Jahre für den SC Victoria.
„Für den HSV wurde er dann ein ganz wichtiger und entscheidender Mann. Ohne Erwin lief kaum etwas “, sagt Jochen Meinke heute über den vorbildlichen Kämpfer mit den großen O-Beinen, der beim HSV erst Außenläufer spielte und dann ein eisenharter Stopper wurde.
Meinke ging als Freund von Dieter im Hause Seeler ein und aus und erinnert sich: „Vadder Erwin arbeitete im Hafen und konnte dort so einiges für die Familie und die Freunde organisieren. Auch auf diesem Gebiet war er meisterhaft. Und beim HSV klappte das auch. Wenn wir Freundschaftsspiele austrugen, vorzugsweise auf dem Lande, dann machte Erwin das davon abhängig, dass es für die Spieler etwas Essbares gab – von den Bauern, die als Sponsoren auftraten. Bei den Seelers gab es immer gutes Essen – und zwar für alle.“ Als „Old Erwin“ 1949 einen Beinbruch erlitt, beendete er mit 48 Jahren seine glanzvolle Laufbahn beim HSV. Er wechselte noch einmal zurück zum SC Victoria, wo er den Spielertrainer gab. Der junge Herbert Kühl (später St. Pauli) trainierte damals unter Erwin Seeler und sagt heute: „Wir jungen Spieler standen vor ihm stramm und hatten riesigen Respekt. Sein Wort war für uns Gesetz.“

Fakten & Story Uli Stein

Uli ist einer der besten deutschen Torhüter seiner Zeit. Er wechselte 1981 von Arminia Bielefeld zum HSV und hatte in seiner Hamburger Anfangszeit mit Konkurrent Jupp Koitka zu kämpfen, der zunächst den Vorzug von Trainer Branko Zebec erhalten hatte. Koitka bestritt in der Saison 1981/82 23 Spiele, Stein zwölf. Dann aber ging es bergauf mit „Steino“, denn in der folgenden Spielzeit war er klar die Nummer eins und kam in allen 34 Begegnungen zum Einsatz. Er wurde Stamm-Torhüter.
Keine Frage, Uli Stein war ein überragender Keeper, der auch im Training stets sein Bestes gab. Er war ehrgeizig, gelegentlich auch überehrgeizig. Das brachte ihm oft Ärger ein. 1986, als WM-Teilnehmer, wurde er von DFB-Präsident Hermann Neuberger nach Hause geschickt, weil der Hamburger Torhüter den DFB-Teamchef (und früheren HSV-Mannschaftskollegen) Franz Beckenbauer „Suppenkasper“ genannt hatte. Am 24. Oktober 1986 wurde er als HSV-Torwart wegen „Leistungsverweigerung“ vom Platz gestellt, am 28. Juli 1987 ohrfeigte er Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann im Supercup (2:1 für München) und wurde in der 87. Minute nicht nur des Feldes verwiesen, sondern auch beim HSV entlassen.
Im Sommer 1994 holte ihn Trainer Benno Möhlmann von Eintracht Frankfurt zurück zum HSV. Bis zum 20. Spieltag war der gebürtige Hamburger Stein danach die Nummer eins im Hamburger Tor, doch dann verletzte er sich und bis zum Saisonfinale am 34. Spieltag stand Richard Golz zwischen den Pfosten beim HSV. Nach dieser Spielzeit zog es Uli Stein wieder zurück zu Arminia Bielefeld. 1997 beendete er seine Profi-Karriere, spielte danach nur noch gelegentlich als Amateur. für den VfL Pinneberg, Kickers Emden und den VfB Fichte Bielefeld.

Fakten & Story Klaus Stürmer



Bevor der agile Halbstürmer 1953 beim HSV landete, hatte er für den TSV Glinde und für den ETV gespielt. Als Rothose ging es rapide mit ihm bergauf, am
16. Oktober 1954, im ersten Länderspiel nach dem WM-Gewinn, debütierte er gemeinsam mit Uwe Seeler in der Nationalmannschaft. Trotz eines Tores von Klaus Stürmer verlor Deutschland gegen Frankreich mit 1:3.
Sein zweites und zugleich letztes Länderspiel bestritt der blonde Stürmer am 10. Mai 1961, und zwar beim mit 2:1 gewonnenen WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland. Klaus Stürmer schaffte noch zwei B-Länderspiele, und die gingen verloren: 0:8 in Laibach gegen Jugoslawien (mit Horst Schnoor, Franz Klepacz und Uwe Seeler vom HSV!) und 1:3 in Moskau gegen die Sowjetunion. Klaus Stürmer war nicht nur spielerisch und technisch hervorragend,
er ging, wie sein Freund Uwe, immer den direkten Weg zum Tor, war dynamisch in seinen Aktionen, gab nie auf, gab sich kämpferisch immer vorbildlich. Sein erstes Oberliga- Spiel für den HSV bestritt Stürmer am 22. August 1954, er schoss beim 5:2 gegen den HTB ein Tor. Zwei ganz große Tage hatte er in seiner viel zu kurzen Karriere im Europapokal. Beim 5:0-Sieg im Landesmeister-Wettbewerb in Bern traf er am 2. November 1960 zweimal, und beim vielleicht besten HSV-Spiel aller Zeiten, am 15. März 1961 gegen den FC Burnley, sorgte Stürmer mit einem spektakulären Treffer für das 1:0 – der HSV siegte 4:1 (Hinspiel 1:3). 1961 verließ der gelernte Radiomechaniker den HSV, ging zum FC Zürich, mit dem er zweimal Meister und einmal Pokalsieger wurde. Am 1. Juni 1971 starb er im Alter von nur 35 Jahren an Krebs.

Fakten & Story Georg Volkert




Fakten & Story Bernd Wehmeyer

Bernd hat eine ungewöhnliche Karriere hinter sich. Bei Arminia Bielefeld absolvierte er 1972 zwei Erstliga-Spiele als Stürmer, danach spielte er für Hannover 96 Rechtsaußen und bestritt für die Niedersachsen 23 Erstliga-Spiele. 1978 kam er als Stürmer zum HSV und stürmte auch unter Trainer Branko Zebec noch. In der ersten Saison erzielte er in 19 Einsätzen zwei Tore. Dann 13 Spiele, ein Treffer. Es ging auf und ab. Bis 1981 Ernst Happel kam. Zu diesem Zeitpunkt war Bernd Wehmeyer schon so gut wie auf dem Abflug, er liebäugelte mit einem Wechsel zu Alemannia Aachen. Doch er entschied sich im letzten Moment anders, biss noch einmal richtig und hatte das Glück, dass Happel einen schnellen, wendigen Verteidiger suchte. In Belgien gab es während der Vorbereitungszeit ein Turnier mit einem Spiel gegen Standard Lüttich, und bei diesem Gegner spielte ein flinker Linksaußen. Also fackelte Happel nicht lange, er stellte Wehmeyer als Rechtsverteidiger auf. Ein großes Risiko, das mit einer starken Leistung belohnt wurde. Und weil das so gut geklappt hatte, ging es zum Bundesliga-Auftakt gegen Braunschweig weiter. Bernd Wehmeyer wurde Linksverteidiger (gegen den schnellen Jugoslawen Popivoda). Daraus wurde nicht nur ein Spiel, daraus wurde „für immer“. Stammplatz – welch eine traumhafte Karriere! Die ging allerdings abrupt zu Ende. Am 2. Oktober 1985 lief Wehmeyer ein letztes Mal als Profi auf, im UEFA- Cup-Spiel gegen Sparta Rotterdam.
Er wurde in der 55. Minute ausgewechselt, für ihn kam Stürmer Ralf Balzies. Am nächsten Tag begann Bernd Wehmeyer seine Tätigkeit bei Adidas. 1995 holte ihn Präsident Uwe Seeler als Manager zum HSV zurück. Seit 1998 ist „Fummel“ Wehmeyer nun Klub-Manager.

Fakten & Story Jürgen Werner

war der Mann mit den langen Einwürfen. Wenn er den Ball von der Außenlinie zur Mitte warf, dann war das immer auch eine Art Eckball. Keiner konnte so werfen wie der blonde Außenläufer. Jürgen Werner kam aus der eigenen HSV-Jugend, der Ausnahme-Mannschaft von Trainer Günther Mahlmann. Sein Debüt im Oberliga-Team gab Jürgen Werner, der Mann mit der hohen Stimme, am 29. Spieltag der Saison 1954/55. Es gab ein 4:0 am Rothenbaum gegen Göttingen 05 und da Werner auch am 30. Spieltag auflief, feierte er trotz der 2:3-Niederlage bei Altona 93 gleich den Gewinn der Nordmeisterschaft. Auch in die Nationalmannschaft schaffte es Jürgen Werner. Sein Debüt gab er am 26. März 1963 beim 1:3 in Chile (er kam für den späteren HSV-Spieler Willi Giesemann). Bei seinem dritten und vierten Länderspiel trat Werner sogar als Torschütze in Erscheinung, und zwar beim 5:1 gegen die Schweiz und beim 1:2 gegen Brasilien.
Unvergessen sind für die älteren Fußball-Fans seine packenden Duelle mit Weltstar Pelé (einmal mit dem HSV, einmal mit der Nationalmannschaft), den Werner mit fairen Mitteln (fast) an die Kette legen konnte.
Nach der neunten Nordmeisterschaft verließ der Spieler Jürgen Werner den HSV, er konzentrierte sich danach auf seine berufliche Laufbahn. Er wurde Oberstudiendirektor und Seminarleiter für die Referendarausbildung Hamburgs. Beim DFB wurde Werner für sechs Jahre Spielausschuss-Vorsitzender, zudem arbeitete er auch für die UEFA. Beim HSV war er Vorsitzender der Paul-Hauenschild-Stiftung und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Das Internat in der HSV-Sportanlage Ochsenzoll (Norderstedt) wurde nach Jürgen Werner benannt.

Fakten & Story Martin Wilke

Martin kam als Lieblings-Schüler von Bundestrainer Sepp Herberger zum HSV – im Alter von 27 Jahren. Er stellte sich beim damaligen Schatzmeister Karl Mechlen vor, und dieser sagte nur: „Wir erwarten keine Wunderdinge, wir wollen nur, dass Sie mit dem HSV nicht absteigen.“ Wilke wurde, nachdem der HSV in der Saison 1953/54 nur auf dem enttäuschenden Rang elf eingelaufen war, 1955 Nordmeister. Und musste 1956, nach Nordmeisterschaft zwei, wieder das Feld räumen – weil Günther Mahlmann übernahm. 1962 kehrte Wilke, der Verbandstrainer Hamburgs und Norddeutschlands war, wieder zum HSV zurück und war so Coach jener Elf, die 1963 die letzte Nordmeisterschaft einfuhr.
Mit Martin Wilke auf der Trainerbank startete der HSV 1963 in die Bundesliga. Es gab am Ende Platz sechs, was der damaligen HSV-Führung zu wenig war. Als „von oben“ eine andere Spielart vorgegeben wurde, trat Martin Wilke zurück. Seine große Stärke war es, Fußballer auszubilden, sie weiter zu bringen. Für den schnellen Erfolg, ex und hopp, hatte er nie etwas übrig. Er wollte stets eine Mannschaft entwickeln. Zudem war er nie ein Lautsprecher seiner Zunft, er hat sich nach seiner Trainer-Karriere aus dem Geschäft zurückgezogen und bewohnt in Norderstedt in der Nähe des HSV-Geländes Ochsenzoll ein schmuckes Eigenheim. Über den Fußball von heute sagt er: „Früher gingen die Menschen zum Fußball, weil sie ihren Verein im Herzen trugen, weil sie Ikonen wie
Uwe Seeler oder Charly Dörfel liebten. Heute sind Spiele Events, die Zuschauer mögen die Atmosphäre im Stadion, sie feiern sich, sie sind dabei, weil es schick ist, dabei zu sein. Das ist nichts mehr für mich.“

Fakten & Story Peter Wulf



Peter kam 1957 von Viktoria Harburg zum HSV und begann erst einmal bei den HSV-Amateuren. Ein Jahr später rückte er in den Oberliga-Kader auf und brachte es auf 14 Einsätze (fünf Treffer). Der lange Halbstürmer gehörte dann zur Stamm-Elf des HSV, aber da es damals noch keine Auswechslungen gab, war er oft nur der zwölfte Mann.
Viel Pech für den großartigen Fußballer, der in der Oberliga-Saison 1959/60 (und damit auf dem Weg zum deutschen Meistertitel) 22 Spiele für den HSV bestritt und dabei zehn Tore erzielen konnte. Auch in der Endrunde zur Meisterschaft war Peter Wulf in fünf Spielen im Einsatz, doch im Finale war er nur zum Zusehen verurteilt. Immerhin, das ist ein Trost: Der HSV ließ am Tag nach den Feierlichkeiten auf dem Sportplatz Rotherbaum ein offizielles Mannschaftsfoto vom siegreichen Team machen, und auf diesem Bild standen plötzlich zwölf Spieler – mit Peter Wulf.
Als Klaus Stürmer 1961 den HSV verließ, war der Weg frei für den stets zuverlässigen und emsig arbeitenden Wulf, der fortan zwischen Uwe Seeler und Gert Dörfel spielte. Auch in der Bundesliga. Im ersten Spiel des HSV, dem 1:1 bei Preußen Münster, war Wulf dabei. Er brachte es in dieser Saison auf acht Einsätze und ein Tor.
Apropos: In die Geschichte ging Peter Wulf ein, als er im Europapokal-Halbfinale (der Landesmeister) am 26. April 1961 gegen den FC Barcelona in der 58. Minute zum 1:0 traf. Damit war das Hinspiel-Resultat egalisiert.
Uwe Seeler schoss noch das 2:0, aber Sekunden vor dem Schluss dann der Schock – 1:2 und ein Entscheidungsspiel in Brüssel, das der HSV dann 0:1 verlor. 1966 verließ Peter Wulf den HSV, er ging zum SC Sperber und wechselte von dort 1968 noch zum FC La Chaux-de-Fonds in die schweizerische Nationalliga A.

Fakten & Story Klaus Zaczyk

Klaus kam 1969 als „doppelter Absteiger“ zum HSV. Der Mittelfeldspieler musste erst mit dem Karlsruher SC den Gang in Liga zwei antreten, und dann, als er zum Deutschen Meister 1. FC Nürnberg gewechselt war, auch mit dem Club. „Ich wollte oben mitspielen, bin deshalb zum Meister gegangen – und dann der Abstieg! Es war unfassbar“, sagte er einst. Und mit dem HSV lief es dann auch nur mittelprächtig, denn mehr als ein Platz im Mittelfeld der Tabelle war nicht drin. 1973 entging der HSV dann nur knapp dem Abstieg. Da hatte sich Zaczyk aber längst einen hervorragenden Ruf in Hamburg verschafft, denn er war der Antreiber im Mittelfeld, seine Pferdelunge war sein großes Plus, er war überall zu finden, war 90 Minuten auf Achse und ein großartiger Teamplayer, von seinen technischen Fähigkeiten ganz zu schweigen. Mit 21 Jahren hatte Zaczyk sein erstes und einziges Länderspiel gemacht. Im Spiel gegen Marokko (in Karlsruhe) wurde er eingewechselt und köpfte beim 5:1-Sieg prompt ein Tor. Danach blieb er lange im Gespräch bei Bundestrainer Helmut Schön, aber es kam zu keinem weiteren Einsatz im DFB-Trikot mehr. Dafür wurde „Zaschi“ dann mit dem HSV doch noch erfolgreich: 1976 Pokalsieger, 1977 Europapokal-Sieger. Im Halbfinale gegen Atletico Madrid war er noch dabei, im Endspiel gegen Anderlecht nicht mehr – er saß auf der Bank, von der an diesem Abend niemand eingewechselt wurde. 1978 verließ Klaus Zaczyk dann den HSV und ging zu Hessen Kassel.
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